Stau in der Ferienzeit – Das müssen Sie beachten

Die Feriensaison beginnt und damit haben auch Staus wieder Hochsaison – für viele Autofahrer eine Horrorvorstellung. Es geht nicht mehr vorwärts und auch nicht zurück, quengelnde Kinder und drückende Hitze tun dabei noch ihr Übriges. Obwohl man solche Szenarien gerne vermeiden möchte, findet man sich dennoch öfter auf einer hoffnungslos verstopften Autobahn wieder als einem lieb wäre. Zusammengerechnet steckten im Sommer 2016 alle deutschen Urlauber für fünfeinhalb Jahre auf deutschen Autobahnen fest. So groß die Vorfreude auf den bevorstehenden Urlaub ist, so wenig verlockend ist die Aussicht auf Stunden des Stillstands.

Allgemein bekannt ist daher: Wenn es irgendwie möglich ist, sollte man seine Fahrt nicht unbedingt zu den absoluten Spitzenreisezeiten antreten. Oft kann man es sich aber leider nicht aussuchen. Damit die Lage trotzdem einigermaßen erträglich bleibt, empfiehlt es sich, einige grundlegende Tipps und Regeln zu beachten. Diese haben wir im Folgenden für sie zusammengefasst.

Essen und Trinken nicht vergessen

Ausreichend Trinken ist immer wichtig, besonders aber auf langen Fahrten bei sommerlichen Temperaturen. Hunger und Durst schlagen oft aufs Gemüt und gereizte Stimmung ist wenig hilfreich, wenn sich auf der Autobahn nichts mehr bewegt. Wer Kinder dabei hat, sollte zusätzlich noch darauf achten, für den Fall der Fälle ausreichend Ablenkung parat zu haben. Sorgen Sie daher vor und planen sie vorsichtshalber den Stau schon einmal mit ein – wenn dann doch alles glatt geht, umso besser!

Rückwärts fahren oder wenden? Auf keinen Fall!

Auch wenn der Gedanke in solchen Momenten besonders verlockend sein mag: Grundsätzlich ist es immer verboten, auf der Autobahn rückwärts zu fahren oder zu wenden. Anderes gilt nur dann, wenn bei länger andauernden Vollsperrungen die Polizei selbst die Autofahrer dazu auffordert. Wer dergleichen auf eigene Faust unternimmt, muss mit einer deftigen Geldbuße, zwei Punkten in Flensburg und einem Monat Fahrverbot rechnen.

Aussteigen ist verboten

Durch stundenlanges Sitzen steigt das Thromboserisiko stark an, vor allem Raucher sind davon betroffen. Was ist vor diesem Hintergrund das naheliegendste? Aussteigen, um sich die Beine zu vertreten und den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen. Gerade bei drückender Hitze ein durchaus nachvollziehbares Verlangen – aber auch ein verbotenes. Nach § 18 Abs. 9 S. 1 StVO ist das Aussteigen auf der Autobahn nicht gestattet, von der Sicherung einer Unfallstelle einmal abgesehen.

Zwar wird von Seiten der Polizei durchaus Nachsicht gezeigt, wenn man es aufgrund von Kreislaufbeschwerden gar nicht mehr im Fahrzeuginneren aushält. Bleiben Sie aber trotzdem in jedem Fall in der Nähe des Autos und sehen Sie von allzu langen Spaziergängen ab, damit Sie sich und den Verkehr mit Ihrem abgestellten Auto nicht gefährden, insbesondere etwaige Rettungskräfte.

Nur bei ausgeschaltetem Motor telefonieren

Nichts bewegt sich, warum also nicht die Gelegenheit nutzen, um noch ein paar dringende Telefonate zu erledigen oder endlich mal wieder ausgiebig mit einer alten Freundin zu quatschen. Auch im Stau gilt allerdings: Das Telefonieren ohne Freisprechanlage ist verboten. Wenn Sie ihr Handy in die Hand nehmen müssen, sollten Sie daher sicher stellen, dass der Motor ihres Fahrzeugs ausgeschaltet ist. Wer gegen dieses Verbot verstößt, muss derzeit 60 Euro zahlen und einen Punkt auf dem Flensburger Konto in Kauf nehmen.

Denken Sie mit

Zwar kann der Einzelne wenig tun, um den Stau wieder aufzulösen. Aber man kann zumindest darauf achten, die Lage nicht noch zusätzlich zu verschlimmern. Deswegen sollte der Standstreifen grundsätzlich freigehalten werden, denn er ist für Pannenfahrzeuge reserviert. Manche Autofahrer nutzen ihn jedoch gerne, um doch noch schnell zur nächsten Ausfahrt zu gelangen oder den Weg zur Raststätte abzukürzen. Damit riskiert man allerdings ein Bußgeld in Höhe von 75 Euro und einen Punkt in Flensburg.

Stur jede Lücke schließen und bloß niemanden reinlassen: Das scheint im Stau das Credo vieler Autofahrer zu sein. Dabei müssen sich andere Fahrzeuge einfädeln, etwa wenn aufgrund einer Baustelle oder eines Unfalls eine Spur blockiert ist. Wer dies verhindert, muss mit einem Verwarnungsgeld von 20 Euro rechnen, denn bei dieser Regelung handelt es sich nicht nur um die Wahrung des Gebotes der gegenseitigen Rücksichtnahme, vielmehr findet sie konkreten Niederschlag in § 7 Absatz 4 StVO.

Sofort eine Rettungsgasse bilden

Dieses wichtige Prinzip wird oft verletzt, dabei ist es denkbar einfach. Auf zwei- und mehrspurigen Autobahnen ist die Rettungsgasse immer zwischen dem linken Fahrstreifen und dem unmittelbar rechts daneben zu bilden. Wie oben erwähnt, sollte der Standstreifen dabei nach Möglichkeit frei gehalten werden. Die Rettungsgasse sollte übrigens nicht erst gebildet werden, wenn die Rettungskräfte von hinten kommen, sondern gleich, wenn der Stau entsteht.

Freie Fahrt für Motorräder?

Im Stau auf dem Motorrad unterwegs zu sein, erscheint vielen im Auto feststeckenden Fahrern beneidenswert: Einfach zwischen den stehenden Fahrzeugen vorbeischlängeln und den Stau dabei hinter sich lassen. Was schön klingt, ist aber nicht erlaubt: Wer auf diese Weise dem Stau zu entkommen sucht, muss 100 Euro Geldbuße zahlen, außerdem wird ein Punkt in Flensburg fällig.

Mit ausreichend Seitenabstand ist allerdings das Links überholen erlaubt.

An welchem Tag sollte man starten?

Laut ADAC sind Freitage und Samstage die denkbar schlechteste Wahl, wenn es darum geht, die Fahrt in den Urlaub anzutreten. Am besten soll man dagegen dienstags und mittwochs fahren. Bei der Rückfahrt empfiehlt es sich, Sonntage nach Möglichkeit zu meiden. Suchen Sie sich für ihre Fahrt außerdem nicht nur die passende Route, sondern planen Sie auch Ausweichstrecken mit ein – so hat man unter Umständen noch die Chance, kurzfristig einem drohenden Stau zu entkommen. Planen Sie genügend Zeit für die Fahrt ein, dann kann sie auch ein Stillstand nicht so schnell aus der Ruhe bringen.

Es ist außerdem nie falsch, vor einer langen Fahrt das Auto noch einmal in Ruhe zu begutachten und kleinere Schäden beheben zu lassen, bevor es unterwegs zu Problemen kommt. Ein voller Tank und korrekter Reifendruck sind ebenfalls unverzichtbar.

Nach dem Stau nicht übertreiben

Die verlorene Zeit möglichst schnell wieder aufholen, ist vielen Autofahrern ein Anliegen, wenn es denn endlich wieder weiter geht. Das ist zwar nachvollziehbar, aber gefährlich. Wer sich übertrieben ehrgeizig an die Weiterfahrt macht, riskiert durch kräftiges Bremsen und Beschleunigen einen sogenannten Phantomstau. Versuchen Sie lieber etwas langsamer, aber dafür stetig ihr Ziel zu erreichen und machen Sie trotz des Zeitverlustes durch den Stau genügend Pausen.

Insgesamt gilt: Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Steckt man einmal im Stau fest, kann man daran ohnehin nichts mehr ändern. Versuchen Sie, das Beste aus der Situation zu machen - das schont nicht nur ihre Nerven, sondern hilft Ihnen auch, den langersehnten Urlaub besser zu genießen. Wir wünschen Ihnen schöne Ferien und hoffen, dass Sie gut und sicher durch jeden Stau kommen!

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